Ernährung Mongolischer Rennmäuse


Neben der artgerechten Unterbringung und Pflege trägt der Halter eines Haustieres auch die Verpflichtung sich über die artgerechte Ernährung seiner Schützlinge zu informieren. Doch nicht jedes Futtermittel, das als "artgerecht", "naturnah" oder "tiergerecht" angepriesen wird, ist dies auch tatsächlich. Diese Bezeichnungen sind in der Futtermittelbranche nicht gesetzlich geschützt. Sie können somit in jedem beliebigen Sinne verwendet und sehr zum Nachteil der Tiere ausgelegt werden. Deshalb lohnt sich beim Futterkauf immer ein Blick auf die Zutatenlisten der einzelnen Produkte.

 

Für mich bedeutet artgerechte, tiergerechte oder naturnahe Ernährung, dass ich bestrebt bin unseren in der Heimtierhaltung lebenden Mongolischen Rennmäusen das Futter zur Verfügung zu stellen, welches sie in Ihrer Heimat vorfinden und fressen würden. Dieses Vorhaben lässt sich leider nicht in allen Bereichen der Ernährung vollständig umsetzen. Manche Futterpflanzen und Saaten können hierzulande nicht erworben oder angepflanzt werden, die Beschaffung ist zu teuer oder aufgrund von Zollvorgaben unmöglich oder zu aufwändig. Mein Hauptanliegen ist dennoch den idealen Weg zwischen Naturnähe und Realisierbarkeit zum Wohle der Tiere zu finden, umzusetzen und fortwährend zu verbessern.

 

Aus diesem Grund finden Sie folgende Zutaten niemals in meinen Futtermitteln für Mongolische Rennmäuse:

Milcherzeugnisse, Fisch oder Fleisch, (getrocknetes) Obst - bis auf sehr wenige Ausnahmen, Pellets und Extrudate, Farb- und Konservierungsstoffe, Zusätze jedweder Art (wie z.B. Zucker, Salze, Fette, Emulgatoren, Verdickungsmittel, Vitamine, Mineralien)

 

Nach diesem Grundsatz stelle ich alle meine Futtermittel her. Hierfür garantiere ich.

Am leichtesten können Sie eine artgerechte und gesunde Ernährung umsetzen indem Sie die einzelnen Futterkomponenten in "Bausteine" untergliedern. Dieses Vorgehen bringt zudem automatisch den Vorteil mit, dass jeder Futterbaustein einzeln und fortwährend an die individuellen Bedürfnisse jeder Rennmaus angepasst werden kann. Die Grundzüge der Rennmausernährung erkläre ich deshalb gerne anhand meines Ernährungskonzeptes für Mongolischer Rennmäuse, welches aus den folgenden Bausteinen besteht:

 

Wasser Eine Nippeltränke oder ein Wassernapf sind Pflicht im Rennmausheim. Näpfe ermöglichen im Gegensatz zur Tränke ein natürlicheres Trinkverhalten. Auch ältere Tiere bevorzugen oft einen Napf aufgrund der besseren Zugänglichkeit bei Problemen im Bewegungsapparat. Der Wasserbedarf Mongolischer Rennmäuse ist grundsätzlich eher gering. Dennoch ist es ein Gerücht, dass die Tiere kein Trinkwasser bräuchten. Säubern und befüllen Sie das Behältnis idealerweise täglich. Gewöhnliches Leitungswasser reicht völlig aus. Von der Zugabe von Vitamintropfen oder sonstigen angeblich nützlichen Zusätzen rate ich Ihnen dringend ab. Sofern sie nicht vom Tierarzt verordnet wurden haben solche Dinge nichts im Wasser zu suchen.


Körnerfutter Als Faustregel gilt die Fütterung von 5-8g Körnerfutter je Rennmaus und Tag. Die Zusammensetzung sollte in regelmäßigen Abständen verändert werden, da dies einer Mangelversorgung durch einseitige Ernährung entgegenwirkt. Zudem bereichert Abwechslung auf dem Speiseplan das Rennmausleben in menschlicher Obhut. Oder würden Sie jeden Tag das selbe essen wollen? Je nach Alter, Gesundheitszustand und Aktivität empfehle ich eine andere Gewichtung der ölhaltigen und mehlhaltigen Saaten im Körnerfutter zu wählen. Weitere Informationen zum idealen Mischverhältnis für Ihre Tiere finden Sie hier. Ich persönlich mische keine weiteren Futterbausteine in das Körnerfutter. So bleibt die maximal mögliche Flexibilität bei der Fütterung erhalten.


Gemüse, Blüten, Kräuter und Blätter Idealerweise werden diese frisch, abwechselnd und täglich angeboten. Auch hier ist die Abwechslung und reichliche Fütterung sehr wichtig, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Die überwiegende Ernährung mit getrocknetem Futter ist für Rennmäuse weder artgerecht noch gesund. Sie haben ausnahmsweise nichts Frisches zur Hand oder möchten die Vielfalt auf dem Speiseplan weiter erhöhen? Getrocknetes Grünfutter ist zur Überbrückung ideal. Verfüttern Sie nur solches, das von Rennmäusen gut vertragen wird. Wenn Ihre Tiere bisher kein frisches Grünfutter kennen, gewöhnen Sie sie in kleinen Portionen daran. Von der Fütterung von Obst (bis auf Gojibeeren und Berberitzen) rate ich ab. Es wird angenommen, dass Rennmäuse Fruchtzucker nicht gut vertragen.


Eiweißfutter Rennmäuse sind keine reinen Pflanzenfresser. Ihren Eiweißbedarf decken sie auch durch den Verzehr von Insekten. Ein bis zweimal in der Woche gehören diese deshalb fest auf den Speiseplan. Es ist nicht artgerecht, die Tiere mit Milchprodukten, Fleisch oder ausschließlich über pflanzliche Kost mit Eiweiß zu versorgen. Zweifelsfrei am natürlichsten ist es lebende Insekten als Eiweißquelle zu bevorzugen. Sie möchten Zuhause keine Insektenzucht betreiben oder haben keine Möglichkeit Lebendinsekten zu erwerben? Alternativ zum Lebendfutter können auch getrocknete Insekten verfüttert werden. Fangen Sie jedoch nie Insekten in der Natur. Diese können zum einen Parasiten übertragen und zum anderen stehen manche Arten unter Naturschutz.


Kerne und Nüsse Oft zu unrecht als Dickmacher verpönt, gehören sie als Lieferant wichtiger Nährstoffe, wie z.B. (mehrfach)ungesättigter Fettsäuren, zur gesunden Rennmausrrnährung mit dazu. Hier gilt der Spruch „in Maßen, nicht in Massen“. Wenn Sie Ihren Tieren diese leckeren Häppchen aus der Hand füttern, können Sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen gewöhnen sich die Rennmäuse rasch an Ihre Hand und bringen Sie mit etwas positivem in Verbindung und zum anderen können Sie Ihre Tiere täglich aus der Nähe betrachten und eventuelle gesundheitliche Probleme schnell feststellen und rechtzeitig handeln. Auch bei Nüssen und Kernen ist die Abwechslung wichtig. Nutzen Sie das reichhaltige Angebot hier im Shop.


Heu und Stroh Auch wenn beides nicht direkt zur Ernährung von Mongolischen Rennmäusen dient, möchte ich es hier dennoch nicht unerwähnt lassen. Heu und Stroh im Rennmausgehege dienen zum Tunnel- und Nestbau. Kräuter im Heu werden von Rennmäusen zudem zur Nahrungsergänzung genutzt. Beides sollte möglichst staubarm und langhalmig sein. Gutes Heu erkennt man an seinem frischen, duftenden Geruch und seiner sattgrünen Farbe. Gutes Stroh hat eine kräftige gelbe Färbung und einen unauffälligen Geruch. Sollte Ihnen die Optik, die Konsistenz, der Geruch oder eine andere Eigenschaft negativ auffallen, rate ich von einer Gabe des Heus bzw. des Strohs ab. Es könnte durch Schimmelpilze oder falsche Lagerung bzw. Verarbeitung verdorben sein.


Klingt kompliziert? Ist es aber überhaupt nicht! Alle Komponenten der vorgestellten Bausteine finden Sie hier im Shop. Weitere Informationen zur artgerechten Ernährung Ihrer Rennmäuse finden Sie unter Tipps & Tricks. Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie die ideale Ernährung für Ihre Tiere zusammenstellen sollen, nehmen Sie einfach Kontakt zu mir auf. Ich berate Sie gerne.