Futterschädlinge

 

Wenn es in der Futtertüte krabbelt, ist schnell klar: Oh nein, wir haben Futter(mittel)schädlinge! Hier erfahren Sie einiges Wissenswertes über die kleinen Plagegeister.

 

Ursachen

Ein Befall mit Futtermittelschädlingen lässt in den meisten Fällen keinen Rückschluss auf die Qualität des Futters oder auf die Hygiene des Anbieters zu. Jedes naturbelassene Futtermittel, und auch sehr viele verarbeitete, können von den kleinen Plagegeistern als ideale Wohn- und Vermehrungssstätte heimgesucht werden. Bereits wenige Körnchen, die ein Ei enthalten oder an denen eine Mottenlarve klebt, können unter den richtigen Rahmenbedingungen aus einem 25kg Sack Futter ein wimmelndes Krabblerparadies  machen. Auch Futtermittelschädlinge gehören zur Natur mit dazu.

 

Vorbeugung

Gänzlich ausschließen lässt sich ein Befall mit Futterschädlingen nur, wenn das Futter behandelt wurde. Da aber das Erhitzen, Begasen oder Vergiften der Schädlinge auch deutlichen Einfluss auf die Qualität des Futters und auf die Gesundheit unserer Heimtiere hat, stellt keine dieser Methoden für diesen Online-Shop eine Option dar - und sollte auch für Sie nicht in Frage kommen. Zur Senkung des Befallsrisikos kann dennoch einiges - ohne jegliche negativen gesundheitlichen Auswirkungen - unternommen werden:

  • Kaufen Sie nur Futtermengen, die Sie rasch verbrauchen. Die Schädlinge brauchen Zeit zur Entwicklung und je länger das Futter lagert, desto mehr Zeit haben sie.
  • Besonders gut und schnell vermehren sich die unbliebsamen Besucher bei feuchtem, hellem und warmem Klima. Deshalb: Futtermittel immer kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
  • Verschließen Sie Verpackungen nach der Futterentnahme sorgfältig. Ideal sind luft- und wasserdicht schließende Kunststoffboxen. Füllen Sie Futter aus dünnen Kunststoffbeuteln in solche Boxen um, da sich Schädlinge leicht durch dünne Beutel hindurchfressen können.
  • Wenn Sie die Möglichkeit haben, bietet das Vakuumieren des aktuell nicht benötigten Körnerfuttervorrats eine wunderbare Möglichkeit zur Vorbeugung. Durch den Sauerstoffentzug sterben die Schädlinge. 
  • Kontrollieren Sie Ihre Bestände regelmäßig auf einen Befall und entsorgen Sie das Futter ggf. direkt in die Restmülltonne.
  • Das Einfrieren von Futtermitteln ist keine zuverlässige Methode zur Vorbeugung. Die hier heimischen Schädlinge sind für strenge Winter mit wochenlangen Minusgraden bestens gerüstet, sonst wären sie schon längst ausgestorben. Eine Art Frostschutz lässt die Schädlinge in einen Winterschlaf fallen, aus welchem sie bei entstrechenden Temperaturen wieder erwachen und die Vermehrung fortführen.
  • Lagern Sie Futtermittel räumlich getrennt von Ihren Lebensmitteln.

 

Häufiger Besuch

Auch bei den Futtermittelschädlingen gibt es "bekannte Gesichter", die man häufiger sieht. Kornkäfer (kleine längliche schwarze Käfer mit einem typischen Rüssel, flugunfähig) widmen sich klassischerweise besonders gerne diversen Getreidesorten, so z.B. Hafer, Kamut, Weizen, Paddyreis und Hirse, aber auch Mais. Hierzulande selten anzutreffen, aber dem Kornkäfer sehr ähnlich, ist der Reiskäfer (kleine längliche braune Käfer mit einem typischen Rüssel, flugunfähig). Altbekannte Plagegeister hingegen sind Futtermittelmotten (kleine weiße, braune oder graue Falter, flugfähig). Vor allem deren Gespinste und Larven sind erfahrungsgemäß bevorzugt in eher ölhaltigen Saaten, aber auch in Packungen mit Blüten und Blättern oder geschälten Nüssen anzutreffen. Grundsätzlich ist auch Trockengemüse nicht vor ihnen sicher. Brotkäfer (sehr kleine rotbräunliche ovale Käfer, flugfähig) können es sich ebenfalls in Futtermitteln bequem machen. Sie bevorzugen, wie der Kornkäfer, Getreideprodukte und machen es sich mit der Nahrungssuche möglichst einfach: wenn gepopptes und geflocktes Getreide erreichbar ist, wird dieses bevorzugt befallen.

 

Bekämpfung

Am einfachsten ist die Bekämpfung von Korn- bzw. Reiskäfern. Da diese flugunfähig sind und sich nur "zu Fuß" verbreiten können, reicht es oft aus, wenn die befallene Futtertüte oder -box direkt in die Restmülltonne außer Haus entsorgt wird. Sie siedeln erfahrungsgemäß oft erst in andere Futterbeutel um, wenn der Befall im "Heimatbeutel" schon sehr stark ist und es nur noch wenig zu Fressen gibt. Ebenso sind sie durch ihrer Vorliebe für Getreide berechenbar, da sie nur dieses befallen. Brotkäfer sind aufgrund ihrer Flugfähigkeit und der geringen Größe etwas schwieriger zu fassen. Aber auch deren Bestand bekommt man rasch in den Griff, wenn alle befallenen Futter- und Lebensmittel entsorgt werden. Doppelseitiges Klebeband in den Schränken mit den relevanten Futter- oder Lebensmittel zeigt schnell, wo die Käfer unterwegs sind. Futtermittelmotten hingegen können sehr lästige Zeitgenossen sein, wenn ein Befall erst spät entdeckt wird. Die Motten sind sehr wanderfreudig und besiedeln ein extrem breites Spektrum an Futter- und Lebensmittel. Erste Maßnahme ist jedoch auch hier, alle befallenen Packungen unverzüglich außer Haus in die Restmülltonne zu entsorgen. Klebefallen mit Lockstoffen, wie man sie im Einzelhandel verbreitet kaufen kann, locken zwar nur die Männchen an, geben aber Aufschluss darüber, ob die Motten noch in der Wohnung vorhanden sind. Können diese Schädlinge nicht durch das Entsorgen der befallenen Beutel in der Wohnung ausgerottet werden, macht die Anschaffung von Schlupfwespen Sinn. Diese sind für Mensch und Tier völlig harmlos, für die Motten jedoch tödlich.

 

Wenn Sie Futtermittelschädlinge entdecken, teilen Sie dies unverzüglich dem Hersteller bzw. Verkäufer mit. Dieser verwahrt sogenannte Rückstellproben, welche dann gezielt kontrolliert werden können. Dadurch kann ein Rückschluss darauf gezogen werden, ob der Befall ein Einzelfall oder ein großflächigeres Problem ist.