Oh du dicke Rennmaus!

26. Februar 2017

Mongolische Rennmäuse setzen leicht das ein oder andere Reservepölsterchen an. Die ungeliebten "Grämmchen" wieder loszuwerden ist in den meisten Fällen gar nicht schwer. Hier eine kleine Anleitung, wie dicke Rennmäuse wieder zu einem gesunden Gewicht finden ohne etwas entbehren zu müssen.

 

Täglich wird eine Körnerfuttermischung mit 80% Mehlsaaten und 20% Ölsaaten gefüttert. Die empfohlene Körnerfuttermenge von 5-8g je Rennmaus und Tag wird hierbei nicht gekürzt!

 

Täglich gibt es eine reichliche Portion frisches Grünfutter. Wenn deine Tiere bisher nicht daran gewöhnt sind, erst langsam die Menge steigern. Bei daran gewöhnten Näschen gebe ich jeden Tag verschiedenes frisches Grün und davon reichlich. Das wirkt bei zu dicken Tieren erfahrungsgemäß Wunder. Grünfutter füllt den Magen und hat nur wenig Kalorien. Blüten, Blätter, Kräuter, Gemüse und Gräser sind gesund und schmackhaft. Sie gehören deshalb täglich auf den Speiseplan und sind keinesfalls nur Leckerbissen.

 

Wenn du möchtest, lassen sich auch "Nagergras" und andere fertige Mischungen für Nager einfach auf der Fensterbank anbauen. Mit etwas Geduld ist auch der Anbau von blühenden Pflanzen, wie Kornblume und Ringelblume, kein Hexenwerk.

Rennmausmann "Balin" wird beim Fressen zu einer Plüschkugel. Doch die Optik täuscht bei ihm: Er plustert sich zum Fressen nur gerne auf, ist ansonsten aber normalgewichtig.


Ebenso können frische Küchenkräuter, wie Petersilie, Zitronemelisse und Basilikum, gefüttert werden. Küchenkräuter sollten allerdings nur in kleineren Mengen gereicht werden, weshalb sie eher eine Ergänzung zu anderem Grünfutter sind.

 

Getrocknete Futterinsekten enthalten in der Regel viel Fett. Bei zu dicken Tieren darf Eiweißfutter dennoch nicht fehlen. Deshalb gibt es je Rennmaus zweimal pro Woche einen schwach gehäuften Teelöffel einer Eiweißfuttermischung.

 

Ebenfalls sehr fettreich sind Nüsse und Kerne. Da diese jedoch viele wichtige Fettsäuren enthalten, dürfen diese niemals ganz vom Speiseplan gestrichen werden. Hier gebe ich bei zu dicken Mäuschen einfach weniger. D.h. nur zwei bis drei Sonnenblumenkerne je Tier am Tag, nur einen viertel Haselnusskern je Tag, nur einen viertel Walnusskern je Tag, nur drei bis fünf Gurkenkerne je Tag, nur zwei Kürbiskerne je Tag usw.

 

Zusätzlich zur Anpassung der Ernährung kann auch die Art der Futterdarreichung die Gewichtsreduktion unterstützen: Streue das Körnerfutter einfach schwungvoll ins Gehege, sodass die Tiere auch wirklich suchen müssen.

 

Ebenso ist Bewegung natürlich immer gut. Viel Nagematerial, ein großes Gehege und ein artgerechtes Laufrad helfen Energie zu verbrauchen. Äste, abwechslungsreiche Einrichtungsgegenstände und viel Streu zum Buddeln fördern die Aktivität und damit den Kalorienverbrauch.

 

Mit der Umstellung der Körnerfuttermischung und der reichlichen Frischfuttergabe sollte das Problem rasch keines mehr sein. Bereits die neue Körnerfuttermischung zeigt in der Regel innerhalb von 7 Tagen einen bemerkbaren Effekt. Wenn sich das Gewicht der Maus wieder normalisiert hat, kannst du langsam die Menge an Nüssen und Kernen und das Eiweißfutter wieder auf einen normalen Wert steigern. Hält das Näschen das Gewicht nach der Steigerung weiterhin, kannst du antesten, ob eine 70% Mehlsaaten / 30% Ölsaaten Körnerfuttermischung gewichtstechnisch vertragen wird.

 

In vielen Fällen ist erfahrungsgemäß tatsächlich die reichliche Fütterung mit frischem Grün der Schlüssel zum Erreichen und Halten (!) des Idealgewichts bei normaler Fütterung. Dann darf es auch ab und zu ein Leckerbissen mehr sein :-).