Oh du dicke Rennmaus! Wann ist dick "zu dick"?

28. Februar 2017

Zu meinem Blog-Artikel "Oh du dicke Rennmaus!" (siehe 26. Februar 2017) kam öfters die Frage auf, ab welchem Gewicht eine Rennmaus übergewichtig ist.

 

 

In absoluten Einheiten ausdrücken lässt sich Übergewicht bei Rennmäusen nicht. Zum einen hängt das Idealgewicht vom Geschlecht des Tieres ab, aber noch mehr von der jeweiligen Körpergröße. Manche Zuchtlinien bringen zierliche Rennmäuse hervor, für welche 70-80g Normalgewicht darstellt. In anderen Linien sind die Tiere hingegen deutlich größer und mit 120-130g im normalen Gewichtsbereich. Viel wichtiger als eine Grammangabe ist deshalb die Optik und die Haptik, also das "wie fühlt sich die Rennmaus an".

Der dreijährige Rennmausmann "Chris" hat eindeutig zu viel auf den Rippen.


Bei Übergewicht sind drei deutliche Zeichen zu fühlen:

  1. Die Rennmaus hat im Nacken eine spürbare Speckwulst. Diese ist weich und nachgiebig. Teste die Haptik einfach mal bei dir selbst. Bei Rennmäusen fühlen sich die Speckröllchen auch nicht anders an als beim Menschen ;-).
  2. Wenn du mit dem Finger über den Rücken der Maus streichst, sind die Wirbelsäule und weiter hinten die Knochen der Hüfte kaum zu spüren.
  3. Wenn sich die Maus mit der Hand greifen lässt, spürst du unterhalb der Rippen eine "Wampe", sprich: die Maus hat einen deutlich ausgeprägten Bauch. Dieser ist weich und beweglich. Die Maus ist gleichmäßig dick und die Rippen sind wegen des Fetts nicht oder kaum zu tasten.

 

Treffen die drei genannten Punkte zu, ist eine angepasste Ernährung, wie im Beitrag vom 26. Februar 2017 aufgezeigt, die Lösung für das Gewichtsproblem. Zu starkes Übergewicht kann zu zahlreichen Folgeerkrankungen führen und verkürzt die Lebenserwartung. Eine gewisse Fettreserve darf - oder gar sollte - dennoch jede Rennmaus haben. Im Krankheitsfall mergeln die Tiere nämlich sehr rasch aus, Reserven sind dann von Vorteil. Wichtig und richtig ist es, eine gesunde Balance zu finden.

 

Achtung: Neben Fettpolstern gibt weitere Gründe, weshalb eine Rennmaus an Gewicht zulegen kann:

Wenn die Umfangsvermehrung nicht symmetrisch ist, der Bauch eine Beule aufweist, die Knoche zu gut zu spüren sind oder sich die Umfangsvermehrung hart und unnachgiebig anfühlt, dann handelt es sich nicht um Fett! Es könnte eine ernsthafte Erkrankung wie ein Tumor, eine Gebärmuttervereiterung oder die Folgen anderer Krankheiten (Bauchwassersucht) dahinterstecken. Wenn der kleinste Zweifel daran besteht, dass es sich nicht um Übergewicht handelt, rate ich dringend zeitnah einen rennmauskundigen Tierarzt aufzusuchen.

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