Fachbegriffe Futter (Teil 2)

31. Januar 2016

Ein Blick auf die Zutatenliste einer Futterpackung reicht, um genau zu wissen, was in der Packung ist. So zumindest die Theorie. In der Praxis sieht dies leider oftmals anders aus. Manche Zutatenlisten strotzen gar vor Fachbegriffen, sodass der normale Futterkunde nur erahnen kann, was sich dahinter wohl verbergen mag.

 

Einige dieser häufigen Wortungetüme habe ich im Folgenden zusammengetragen und erklärt. Bitte beachte, dass ich die Erklärungen so einfach wie möglich gehalten habe und diese deshalb stark vereinfacht sind.

 

gepoppt/ gepufft
Hierunter können sich vermutlich die meisten etwas vorstellen: gepuffter Weizen kennen viele aus dem eigenen Frühstücksmüsli und Popcorn darf bei kaum einem Kinobesuch fehlen, Puffreiswaffeln sind ein schneller Snack für zwischendurch.

Amarant gepufft - unverarbeitet sind die Körnchen so klein, dass Rennmäuse sie beim Fressen links liegen lassen.


Manche Samen können allein schon durch Hitze zum „Puffen“ gebracht werden. Bei anderen muss zusätzlich Druck vorhanden sein, damit es richtig funktioniert. Die Stärke im Samen quillt auf, das Volumen vergrößert sich. Gepuffte Futterzutaten sind für das Tier sehr leicht zu fressen, da sie zum einen sehr weich und zum anderen vergleichsweise groß sind. Ein Zahnabrieb findet deshalb nicht statt. Ebenso werden wichtige Inhaltsstoffe durch die Hitze zerstört, weshalb ungepuffte Saaten immer den gepufften vorzuziehen sind.

extrudiert/ Extrudat
Hierbei wird, stark vereinfacht gesagt, ein Brei aus Stärke durch eine Düse gepresst, welcher dann beim Austritt aus der Düse aufgrund des dort niedrigeren Drucks aufschäumt. Erdnussflips oder Hirsebällchen werden beispielsweise so hergestellt. Ein Extrudat kann deshalb sehr viele Formen, Farben, Inhaltsstoffe oder Geschmacksrichtungen haben, je nachdem durch welche Düsenform es gepresst wird und aus welchen Zutaten der Stärkebrei hergestellt wird.


geschrotet/ Schrot
Leinsamenschrot ist öfters im Supermarktregal anzutreffen. Unter dem Begriff „Schroten“ versteht man das Zerkleinern von Getreide in grobe Teilstücke, quasi grobes Zerhacken.


geflockt/ Flocken
Haferflocken und Maisflocken sind wohlbekannt. Sie entstehen, indem die Kerne unter starkem Druck zwischen zwei Walzen plattgedrückt werden.


Kleie
Dieser Begriff bezeichnet die Teile der Körner, welche beim Mahlen aus dem Mehl herausgesiebt werden, z.B. Schalenteile. Sie sind sehr ballaststoffreich und enthält Vitamine und Mineralien. Allerdings können hier auch Pestizide in einer höheren Konzentration als z.B. im Mehl vorkommen.


Pellets
Wer kennt sie nicht im Nagerfutter: bunte Pellets in allen nur erdenklichen Farben und Formen. Die Zutaten werden hierfür zerkleinert und anschließend stark gepresst und so in Form gebracht. Der Vorteil hierbei liegt darin, dass durch das Pressen das Volumen verringert wird und das Futter platzsparender aufbewahrt werden kann. Ebenso kann ein Pellet aus zahlreichen verschiedenen Zutaten bestehen ohne dass sich einzelne Bestandteile (im Gegensatz zu einer Körnerfuttermischung) am Boden absetzen und erst nochmals durchgemischt werden müssen. Dies führt auch dazu, dass einzelne Bestandteile eines Pellet vom Tier nicht aussortiert werden können. Auch hier ist jede Form, Farbe und Geschmacksrichtung denkbar.

Trester oder Treber
Unter diesem Begriff versteht man Pflanzenteile, die beim Auspressen des Pflanzensaftes (Entsaften) zurückbleiben, wie z.B. von Äpfeln oder Trauben. Vielleicht hat der ein oder andere schon einmal eine Futterkrippe im Wald gesehen, welche mit Apfeltrester zur Wildfütterung gefüllt war.


torrefiziert/ Torrefizierung
Hier werden Futtermittel ohne Luftzufuhr unter hohen Temperaturen sozusagen getrocknet. Das Futtermittel wird dadurch leichter, kleiner und kann platzsparender gelagert und transportiert werden. Durch das trockene Material kann das Futtermittel auch leichter gemahlen und/ oder zu Pellets verarbeitet werden.

Ebenso die Erklärung der Zusätze, welche Tierfuttermittel oft enthalten:

Fructose
Ist wohl recht bekannt, umgangssprachlich nennen wir Fructose oft „Fruchtzucker“.


Glucose
Auch Glucose wird den meisten ein Begriff sein, umgangssprachlich nennen wir ihn „Traubenzucker“.


Folgende Zusätze können als „Zucker“ im weitesten Sinne verstanden werden:
Inulin, Frukto-Oligosacharide (FOS), Mannan-Oligosacharide, Polysacharide, Maltose


Melasse
Hierbei handelt es sich um ein Nebenprodukt bei der Zuckererzeugung. Sie ist sehr zuckerhaltig und zähflüssig.


Lecithin
Lecithin ist ein sogenannter Emulgator und wird zum Beispiel aus Sojabohnen gewonnen. Er bewirkt, dass sich zwei Zutaten vermischen, die sich sonst nicht vermischen würden und so eine Emulsion bilden. Das bekannteste Beispiel hierfür sind wohl Fett und Wasser. Ohne Emulgator kann man beides noch so lange verrühren, sie vermischen sich einfach nicht.

 

Sind dir noch weitere Begriffe auf Futterpackungen begegnet, mit denen du nichts anfangen kannst? Poste diese einfach hier und ich werde sie im Beitrag ergänzen.

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