Fachbegriffe Futter (Teil 1)

24. Januar 2016

Die zahlreichen Fachbegriffe, welche bei der Fütterung unserer Haustiere oft in Erscheinung treten, können verwirrend sein und führen nicht selten zu gravierenden Missverständnissen. Deshalb habe ich für euch ein paar Begriffe zusammengestellt und diese jeweils mit einer Erklärung versehen. Konkret geht es in diesem Artikel um folgende Begriffe und deren Aussagekraft:

 

 

  • Grundfutter oder Basisfutter
  • Ergänzungsfuttermittel
  • Alleinfuttermittel
  • Einzelfuttermittel
  • Mischfuttermittel

Manche Begriffe sind per Gesetz genau definiert, andere hingegen nicht. Gemeinsam habe alle jedoch, dass sie umgangssprachlich sehr unterschiedlich verstanden und verwendet werden.


Grundfutter oder Basisfutter Diese Bezeichnungen sind gesetzlich nicht festgelegt. Deshalb kann jeder sie in dem Sinne benutzen, wie er möchte. Für mich ist ein Grund- oder Basisfutter für Rennmäuse eine Körnerfuttermischung, welche nach Volumen gemischt wurde und ein ausgewogenes Mehl-/Ölsaatenverhältnis aufweist. Diese Mischung wird den Tieren täglich bereitgestellt. Allerdings muss sie auch täglich abwechselnd mit anderen Futterbausteinen (Kräuter, Blüten, Gemüse, Eiweiß, Nüsse usw.) kombiniert werden, um eine ausgewogene Fütterung zu erreichen und das Tier mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

Das Futtermittelgesetz unterscheidet und definiert vier häufig genutzte Begriffe sehr genau. Diese müssen deshalb von Futtermittelanbietern korrekt verwendet werden. Per Gesetz sind zwei Begriffe vorgegeben, die die Art der Fütterung unterscheiden und zwei, die die Zusammensetzung des Futters genauer beschreiben.

 

 

Die Art der Fütterung

Ergänzungsfuttermittel Wenn eine Futterpackung diese Aufschrift trägt, wird damit gesagt: Alleine dieses Futter zu füttern versorgt das Tier (dessen Tierart auf der Packung vermerkt ist) nicht mit allen notwendigen Nährstoffen. Wenn nur dieses Futter gegeben wird, ist mit Mangelerscheinungen zu rechnen. Das Futter muss mit weiteren Futtermitteln ergänzt werden.

Alleinfuttermittel Das Futtermittelgesetz sagt klar, dass alle so deklarierten Futtermittel den ganzen Nährstoffbedarf der auf der Packung genannten Tierart abdecken müssen. Dies bedeutet im Klartext: Es muss nur dieses eine Futter gefüttert werden. Der Hersteller haftet, falls es bei einem Tier zu Mangelernährung kommen sollte. Um dies auszuschließen, werden Alleinfuttermitteln in der Regel Vitamine und Mineralien, Öle und Fette usw. zugesetzt. Dies Betitelung als Alleinfuttermittel gibt allerdings keinerlei Auskunft darüber, ob das Futtermittel artgerecht ist und damit den natürlichen Bedürfnissen der Tierart entgegenkommt. Das Augenmerk liegt alleinig auf den enthaltenen (auch künstlich zugesetzten) Nährstoffen.


Die Zusammensetzung

Einzelfuttermittel Dies sind Futtermittel, die aus „einheitlichen Ausgangsmaterialien“ bestehen. Dies kann z.B. eine Packung Kornblumenblüten, eine Packung Buchweizen aber auch eine Packung Heu (auch wenn es aus verschiedenen Grassorten besteht) sein. Einzelfuttermittel sind in der Regel Ergänzungsfuttermittel, da nur mit ähnlichen Ausgangsfuttermitteln kaum eine Tierart umfassend ernährt werden kann.

Mischfuttermittel Wie der Name schon sagt, versteht das Gesetz hierrunter Futtermittel, welche aus verschiedenen Einzelfuttermitteln bestehen. Beispielsweise eine Körnerfuttermischung für Rennmäuse oder eine Blütenmischung. Ein Mischfuttermittel kann demnach ein Ergänzungsfuttermittel oder aber auch ein Alleinfuttermittel sein.