Abwechslung durch Keimfutter

15. Februar 2017

Gekeimte Saaten liefern viele wertvolle Vitamine und Mineralien. Keimfutter, das in der Vogelhaltung schon lange bekannt und geschätzt wird, steckt in der Rennmaushaltung leider noch in den Kinderschuhen. Dabei ist die Herstellung überwiegend simpel und ohne großen Aufwand möglich. 

Im Folgenden habe ich eine kurze Anleitung zusammengestellt, mit deren Hilfe eine Vielzahl von Futtersaaten leicht zu gesundem und schmackhaftem Keimfutter aufgewertet werden können.
Probier es einfach aus. Wenn deine Rennmäuse ersteinmal auf den Geschmack gekommen sind, werden sie die Keimlinge gerne fressen.
Nichts wie ran an die Körner :-)

Auf dem Foto ist gekeimte Kardisaat (links) und ungekeimte Kardisaat (rechts) zu sehen. Kardi, die Saat der Färberdistel, ist in der Keimung unkompliziert und kann bereits nach 24 Stunden verfüttert werden.


Als erstes wird die ausgewählte Saat zum Quellen in Wasser gegeben. Je nach Saat ist diese "Quellzeit" unterschiedlich. Im Internet findest du zahlreiche Tabellen und Angaben dazu, für welche Saat welche Zeit die beste ist.
Nach dem Quellen spülst du die Saat gut ab, am besten in einem Küchensieb. Danach füllst du sie in ein Keimglas (diese gibt es fertig zu kaufen). Platziere das Glas an einem hellen, warmen Ort, aber nicht in der direkten Sonne. Tipp: Es gibt sogenannte Dunkelkeimer, d.h. manche Saaten keimen im Dunkeln deutlich schneller und besser -> das Keimglas bei diesen mit einem Tuch abdecken.
Damit die Saat nicht verdirbt, muss sie zwei bis drei Mal täglich mit frischem Wasser gespült und danach abgetropft werden.
Je nach Saat zeigen sich nach 12-36 Stunden die ersten Veränderungen am Korn.
Am nährstoffreichsten ist das Keimfutter, wenn die ersten Austriebe (die Wurzelanlagen) gerade so zu sehen sind. Mit fortschreitendem Wachstum, also mit zunehmender Ausbildung der Wurzeln und der Sprossachse, nimmt der Nährstoffgehalt wieder ab.
Je nach Saat kann diese - gründlich abgespült - nach 12-48 Stunden in kleinen Portionen den Rennmäusen in einem Schälchen angeboten werden. Keimfutter sollte nur in kleinen Mengen verfüttert und die Tiere langsam daran gewöhnt werden. Bei größeren Mengen und/ oder ohne Gewöhnung können Verdauungsbeschwerden auftreten.
Da Keimfutter rasch verdirbt, empfehle ich die Aufbewahrung im Kühlschrank und zeitnahe Verfütterung in den Wachzeiten der Mäuse. Nicht gefressene Reste müssen nach spätestens 12 Stunden aus dem Gehege entfernt werden.

 

Hast du schonmal Saaten gekeimt? Mit welchen hast du gute Erfahrungen oder schlechte gemacht? Hast du Tipps, wie es besonders gut klappt?

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